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        Stärke ist kein Zufall

        Bist du sprachlos, wenn du angepöbelt wirst? Ärgerst du dich über Menschen, die dir mit Neid und Rivalität begegnen? Bist du für Menschen verantwortlich, die dein Umfeld verrückt machen? Wirst du hin und wieder in Machtspielchen verwickelst, deren Spielregeln du nicht kennst?

        Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wo Menschen miteinander leben oder arbeiten, begegnen uns schwierige Menschen. Der Umgang mit ihnen gehört zu den größten Herausforderungen unseres Alltages. Dieser Artikel ist der Einstieg in eine Blog-Serie. Dieser Artikel basiert auf dem Buch „Stachliche Persönlichkeiten im Business“ von Jörg Berger und Monika Bylitzka (ISBN 978-3-96362-059-1, mit freundlicher Genehmigung des Autors.)

        Ziel ist es, Muster in diesen Begegnungen zu erkennen, um darauf aufbauend Strategien zu haben, diesen schwierigen Menschen souverän, mit Wertschätzung und Klarheit mit guten Ideen zu begegnen.

        Der Grenzüberschreiter als ein Mustertyp einer „stachligen“ Persönlichkeit

        Grenzüberschreiter meinen es eigentlich gut. Sie sind einsatzfreudig und beziehungsorientiert. Sie machen sich gegenüber anderen durch Fleiß, Einsatzbereitschaft und Loyalität unentbehrlich.

        Doch sie vertreten ihre Interessen kämpferisch. Daher gehen sie oft zu weit und überschreiten die Grenzen anderer. Manchmal dringen sie in die Privatsphäre anderer ein. Sie erheben Anspruch auf die Arbeitsmittel, das Wissen und die Hilfe anderer. Doch wehe, jemand wagt es, sie zurückzuweisen. Dann beginnt ein zäher Kampf um die Grenze, die man ihnen gesetzt hat.

        Grenzüberschreiter verstehen – die psychologische Perspektive

        Warum sind diese Menschen, wie sie sind?

        Wer seinen Einfluss überdehnt, hat oft selbst erlebt, dass seine Interessen, Rechte und Wünsche nichts zählen. Wer sich wertlos fühlt, trumpft manchmal auf – wer sich schuldig fühlt, klagt andere an. Wer früher entrechtet wurde, nimmt sich zu viel und raubt heute anderen ihr Recht.

        Sollen wir Grenzüberschreiter deshalb gewähren lassen? Nein, wir dürfen Grenzüberschreitungen nicht entschuldigen, aber wir können sie auch nicht alleine heilen.

        Doch wenn wir ihren wunden Punkt kennen – die Entrechtung – dann wissen wir, welche innere Haltung wir ihnen gegenüber einnehmen sollten: Wir schenken Grenzüberschreitern – wo immer möglich – ein Höchstmaß an Respekt, Aufmerksamkeit und Achtung.

        Diese Analyse offenbart uns dann auch, was garantiert nicht funktioniert:

        • Gleiches mit Gleichem vergelten: Dies führt unweigerlich in die Eskalation.
        • Erziehen: Du willst andere dazu bringen, sich an faire Spielregeln zu halten? Erwachsene kann man aber meist nicht erziehen. Erziehung beruht darauf, dass die eine Seite z.B. die Eltern oder Lehrer, mehr Macht hat als die Kinder.
        • Eine Lösung finden, die das Problem ein für alle Mal löst: Auch hier gilt, dass man Tag für Tag hohe Anreize geben muss, um eine faire Kooperation aufrecht zu halten.

        Wichtig ist, eine Strategie zu finden, die Respekt ausdrückt und zugleich wirksam ist. Dafür ist es wichtig, die Angst von dem Gesprächspartner zu verlieren. Die Kunst des Nein-Sagens liegt darin, eine Absage so zu formulieren, dass der andere nicht verletzt wird.

        Grenzen setzen mit einer eigenen Mission – die spirituelle Perspektive

        Von Grenzüberschreitern geht eine verformende Kraft aus: Sie spannen dich ein. Sie nötigen dich, etwas zu tun, dass du eigentlich nicht tun möchtest. Wenn du nicht aufpasst, bringt der Grenzüberschreiter dich dazu, dich zu verbiegen.

        Dann leidet deine Kernaufgabe, deine Berufung und du verlierst die Ziele aus dem Blick, die du eigentlich erreichen möchtest.

        Die Verformung geht aber noch weiter: Grenzüberschreiter formen sich Persönlichkeiten, die Ihnen angenehm und nützlich sind.

        In jedem Menschen, so lautet eine Überzeugung der christlichen Tradition, ist eine Mission, eine Berufung hineingelegt: eine besondere Begabung, die ein Mensch entdecken und entfalten darf; eine Leidenschaft, die über das persönliche Lebensglück hinausreicht.

        Wer SEINE Mission noch nicht entdeckt oder sie aus dem Auge verloren hat, der lässt sich leichter für FREMDE Missionen einspannen. Wer seine Mission jedoch kennt, kann Nein sagen und sich vor Vereinsamung schützen. Das gibt dem „Grenzen setzen“ eine existenzielle Grundlage.

        Das sehen wir auch bei Jesus. Weil das Auftreten von Jesus hohe Erwartungen geweckt hat, musste er sich immer wieder einer Vereinnahmung entziehen. Worauf er sich dabei gestützt hat, finden wir ganz am Anfang seines öffentlichen Wirkens.

        Die Berufung von Jesus Christus als Muster für Konzentration und Abgrenzung

        In seinem Heimatort Nazareth spricht er sein Mission-Statement in den Worten eines alten Propheten aus: „Er (Gott) hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen werden, den Unterdrückten die Freiheit zu bringen, und ein Jahr der Gnade des Herrn auszurufen. (Lukas 4,18-19). Das sieht Jesus als seinen Auftrag. Dem bleibt er bis auf sein Lebensende treu.

        Von allen anderen Erwartungen grenzt sich Jesus mit einem klaren NEIN ab:

        • Die Juden von der römischen Besatzungsmacht befreien? (Markus 12,17, Joh. 19,10)
        • Sich zum König der Juden machen lassen? (Joh. 6,12)
        • Zum Richter und Rächer menschlicher Fehler werden? (Lukas 9,54-55, Joh. 8,10-11)
        • Einen Aufstand anführen gegen heuchlerische religiöse Eliten?
        • Unwiderlegbare Gottesbeweise führen? (Matth. 8,11-13, Matth. 4,5-7)

        Jede Mission erfordert also eine Konzentration und eine Abgrenzung. Jesus nimmt lieber Rückschläge in seiner Mission auf sich als seine innerste Haltung aufzugeben (Joh. 6,67).

        Die eigene Mission als Grundlage zum Schutz meiner Grenzen

        Grenzüberschreiter sind nicht für jeden ein Problem. Sie sind aber sicher immer dann eine Herausforderung, wenn es dir von Natur aus schwerfällt, NEIN zu sagen und deine Grenzen zu vertreten.

        Nette und hilfsbereite Menschen mag jeder Grenzüberschreiter, denn sie machen sein eigenes Leben leichter. Hier gilt es am Beispiel von Jesus festhalten:

        Bevor du nachdenkst, WIE du einen Grenzkonflikt lösen kannst, solltest du Wissen, WAS du erreichen willst. Das ist keine Theorie, sondern überlebenswichtige Praxis: Nur so wirst du dir bewusst, wo DEINE Grenzen verlaufen.

        Wenn du entschlossen an deiner Mission, deiner Berufung, deiner Identität, festhältst und dieses überzeugend verkörperst, wird es für Grenzüberschreiter sehr schwer, dich für andere Dinge einzuspannen. Es wird ihm kaum gelingen, einen Druck aufzubauen, unter dem du dich verbiegen musst.

        Nur wo es dir dann gelingt, verformenden Kräften zu widerstehen, kannst du auch Grenzüberschreitern Nächstenliebe, Respekt und Achtung zeigen. Du kannst deren kämpferische Leidenschaft wertschätzen, ohne ihr Opfer zu werden. Grenzen setzen ist auch ein Ausdruck von Liebe gegenüber einem Menschen, der sich selbst nicht gut kontrollieren kann.

        In der Kindererziehung ist das ganz selbstverständlich. Warum nicht auch hier.

         

         

        Über Ernest Heinlein

        Als „Künstler“ begeistert sich Ernest für sehr gegensätzliche Bereiche: Ob eine gut gemachte Excel-Datei, ein außergewöhnliches Foto, seinen Garten oder auch ein neues, schmackhaftes Essen. Als „Denker“ fasziniert ihn Wirtschaft & Politik, Psychologie & Lebenskunst, Geschichte & Theologie. Als „Stratege“ ist er seinem Umfeld meistens einige Jahre voraus. In all diesen Bereichen kommt er durch eine sehr ausgeprägte Kreativität auf sehr ausgefallene Ideen. Privat geniest er seine Familie mit drei fast erwachsenen Kindern, beruflich gestaltet er den Ausbau der Elektromobilität als Controller für mehrere Fabriken in Deutschland, Süd- bzw. Osteuropa sowie in China mit.

        3 COMMENTS

        Ich habe ihres Blog zum ersten Mal besucht und bin sehr interessiert.Danke schön für den Austausch, macht weiter so;)

        Ich habe eure Seite zum ersten Mal besucht und bin sehr interessiert. vielen Dank fur den Austausch, macht weiter so;)

        Ich bin erstaunt.Ich glaube , dass ich jemanden nicht kennen habe, der so gut sich das Thema auskennt wie ihr.eine fantastische

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        Über Ernest Heinlein

        Als „Künstler“ begeistert sich Ernest für sehr gegensätzliche Bereiche: Ob eine gut gemachte Excel-Datei, ein außergewöhnliches Foto, seinen Garten oder auch ein neues, schmackhaftes Essen. Als „Denker“ fasziniert ihn Wirtschaft & Politik, Psychologie & Lebenskunst, Geschichte & Theologie. Als „Stratege“ ist er seinem Umfeld meistens einige Jahre voraus. In all diesen Bereichen kommt er durch eine sehr ausgeprägte Kreativität auf sehr ausgefallene Ideen. Privat geniest er seine Familie mit drei fast erwachsenen Kindern, beruflich gestaltet er den Ausbau der Elektromobilität als Controller für mehrere Fabriken in Deutschland, Süd- bzw. Osteuropa sowie in China mit.